Nachruf auf Dr. Theo Osthues
Der Tod eines Kegelbruders geht uns allen sehr nahe. Es starb ja kein Fremder, sondern einer, der jahrzehntelang in unserer Mitte lebte und dem wir immer kegelbrüderlich verbunden waren.
Theo stellte in unserem Klub einige Rekorde auf: So war er 35 Jahre Klubpräsident und prägte das Klubleben auf seine individuelle Weise.
In dieser Zeit wurde das „Du“ unter uns Kegelbrüdern selbstverständlich, langsam verschwanden auch die Anzüge und Krawatten an den normalen Kegelabenden. Der Umgangston wurde zunehmend lockerer.
An unseren jährlichen Kegelfahrten nahm er bis ins hohe Alter mit Begeisterung teil und zeigte dabei eine Energie, die bei uns Jüngeren oft Bewunderung hervorrief.
Seine 60 Jahre währende ununterbrochene Klubmitgliedschaft ist in der Geschichte der Trauerlinde bisher nicht übertroffen worden.
Auch wenn Theo ein hohes Alter erreicht hat, ist sein plötzliches Ableben für uns alle ein enormer Schock, hatten wir uns doch in Gedanken schon auf seinen 100sten Geburtstag gefreut.
Wir empfinden Trauer und teilen das Leid mit seiner lieben Frau Ursel und seinen Kindern, denen wir unsere tief empfundene Anteilnahme bekunden.
Dr. Theo Osthues wurde am 18.12.1920 in Lüdinghausen geboren.
Kurz nach seinem Abitur begann der zweite Weltkrieg, wobei er für das Medizinstudium, welches er in Halle und Prag absolvierte, freigestellt wurde.
Nach Kriegsende geriet er in amerikanische und danach in französische Kriegsgefangenschaft. In Frankreich versorgte er in einem Lager unter Leitung eines französischen Arztes deutsche Kriegsgefangene.
Nach seiner Entlassung legte er in Düsseldorf das medizinische Staatsexamen ab und nahm später eine Stelle im Sanatorium Kassel-Wilhelmshöhe an. Hier lernte er auch seine spätere Frau kennen.
Zunächst ließ sich das Paar in Essen nieder; auf einem Seminar lernte er Apotheker Jürgen Schlotheuber und den Iburger Stadtdirektor Hunke kennen. Diese warben Theo für den Kneipp Kurort Iburg, und so zogen Osthues in den schönen Teutoburger Wald.
In Iburg gründeten sie ein kleines Sanatorium, später wurde Dr. Osthues für 26 Jahre als Arzt im Sonnenhof tätig. Zusätzlich zu seiner Praxis versorgte er ebenfalls das Mütterkurheim.
Bad Iburg als Kneipp-Kurort lag ihm besonders am Herzen, die Kneipp-Verfahren schätzte er als naturnahen und erfolgreichen Behandlungsansatz.
Er verfolgte aufmerksam bis in die jüngste Zeit die Bad Iburger Geschichte als Kneipp-Kurort und war stets Förderer des Gedankens, seine Heimatstadt als modernen Kneipp-Kurort weiter zu entwickeln.
Dr. Osthues war von 1969 bis 2004 Präsident des Kegelclubs Trauerlinde dem er 1960 beitrat. Bis zu seinem Tod blieb er Ehrenpräsident „seiner“ Trauerlinde. Die Geschichte dieses Traditionsvereins lag ihm besonders am Herzen.
Als Humanist beherrschte er Altgriechisch und Latein, seine fließend und aus dem Stegreif vorgetragenen lateinischen Vorträge waren legendär.
Manche seiner Vorträge waren gewürzt mit viel Jägerlatein, zur Freude seiner Kegelbrüder. Und die Jagd war tatsächlich seine weitere große Leidenschaft.
Viele Bad Iburger Bürger, aber besonders seine Trauerlinde, vermissen Dr. Osthues, der in wenigen Wochen hundert Jahre alt geworden wäre.
Ich füge einen Anruf anbei, den Dr. Osthues zum Tode von Horst Denningmann zitiert hat:
Er ruft uns zu:
Wenn Ihr mich suchet,
suchet mich in Euren Herzen.
Habe ich dort eine Bleibe gefunden,
dann bin ich immer bei Euch.